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| Dir Sternennacht (Juni 1889) Museum of Modern Art, New York Dieses Bild gilt als eines seiner Hauptwerke und zugleich als eines der seltsamsten, das er je gemalt hat. Es ist eines der wenigen Werke, bei denen er von der direkten Naturbeobachtung abwich und aus seiner Phantasie heraus Formen und Farben erfand, um eine besondere Stimmung hervorzurufen. Am Himmel spielt sich ein hochdramatisches, kosmisches Geschehen ab. Zwei riesige Spiralnebel winden sich ineinander. Elf riesenhaft vergrößerte Sterne mit ihren Lichtaureolen durchbrechen die Nacht, ein unwirklicher, orangefarbener Mond scheint mit der Sonne eins zu werden. Ein breites Lichtband zieht am Horizont dahin, der tiefblaue Himmel scheint in taumelnden Aufruhr versetzt. Unmittelbarkeit und Ausdrucksstärke sind gesteigert durch den impulsiven, mitreißenden Strom der Pinselstriche. Doch van Gogh ergibt sich nicht passiv dieser erregenden Vision. Mit künstlerischen Mitteln setzt er bildnerische Kontrastelemente. Die schlafende Stadt im Vordergrund ist in kurzen geraden Strichen wiedergegeben. Der steil aufragende Kirchturm zerschneidet den Erdhorizont ebenso wie die Flammen lodernder, mächtiger Zypressen. Das eigentliche Geschehen spielt sich jedoch nicht auf der Erde, sondern am Himmel ab. In diesem Bild, einer vielleicht apokalyptischen Vision, hat sich van Gogh von übermächtigen Emotionen zu befreien versucht Es muss auch als Versuch gesehen werden, seine Sehnsucht nach dem Unendlichen in der Natur bildhaft auszudrücken. |
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