Vincents Briefe

Die unentbehrliche Quelle für van Goghs Leben und Werk war sein Briefwechsel. Er schrieb an Malerkollegen z. B. Gauguin, an seine Mutter, seine Schwester, vor allem aber war er in ständigem Briefkontakt mit seinem Bruder Theo. Über 650 erhaltene Briefe an ihn dokumentieren einen wohl einzigartigen Lebensbericht. Sie spiegeln in eindringlicher Auseinandersetzung mit der Umwelt und dem eigenen Ich den Weg des Menschen und Künstlers Vincent van Gogh in oft bestürzender Offenheit wieder.

Theo van Gogh, der Vincent Zeit seines Lebens finanziell unterstützte, war der Einzige, der an Vincents Genie glaubte. Ohne ihn wäre Vincent nicht in der Lage gewesen, als Maler zu leben. Vincents letzter, unvollendeter Brief an Theo vom 27. Juli 1890 klingt wie ein Abschied. "Ich würde Dir gern über vieles schreiben, fühle aber, wie sinnlos es ist.... In meinem eigenen Werk setze ich mein Leben aufs Spiel, und mein Verstand ist dabei zur Hälfte draufgegangen....Ich sage Dir wieder, dass Du für mich immer etwas anderes warst als ein gewöhnlicher Kunsthändler.."

Für Theo war Vincents Tod ein furchtbarer Schlag, der sowohl seine körperliche als auch seine geistige Gesundheit zerrüttete. Innerhalb von sechs Monaten starb auch er. Kurz vor seinem Tod schrieb er einen Brief an seine Mutter, der das Ausmaß seiner Verzweiflung erkennen lässt. "Ich finde keine Worte für meinen Schmerz und es gibt für mich keine Tröstung. Dieser Schmerz wird andauern und ich werde ihn sicher nicht überwinden, solange ich lebe."

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